"6+1" oder "die Gruppe", 2017, Kirschholz

Der Stammabschnitt war auch nach eineinhalb Jahren Trocknungszeit noch so nass, dass beim Schnitzen der Saft aus den Zellen quoll. Gerade dadurch aber war das Holz viel weicher, als erwartet und gut zu bearbeiten. Durch das Ausarbeiten der einzelnen Figuren konnten größere Trockenrisse verhindert werden.

Auf meinem youtube-Kanal habe ich einen kurzen Clip eingestellt, der die Skulptur in Rundum-Ansicht zeigt. Hier der Link: https://youtu.be/QMzZKakaPa4

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"Stille Zwiesprache", Eiche, 2017, 65 x 28 x 17 cm.

Nachdem Peter Bernhard mir ein Foto seines Gemäldes "Adlergeist" (oben links) geschickt hatte, inspiriert von meinem gleichnamigen Buch, reifte in mir die Idee, auch meinerseits das Thema aufzugreifen. Der Vogelmann, den ich 2015 geschnitzt hatte, war an einen guten Freund verkauft. Der war einfach ein Mischwesen. Was mich an Peters Bild besonders faszinierte, war das traumhafte, fast körperlose des liegenden Mannes und vor allem des Vogels. Nun ist Skulptur ja keineswegs körperlos. Ich wollte dennoch versuchen, diese mystische Einheit Vogel-Mensch in eine Figur zu fassen. Der Mensch verwandelt sich in einen Adler. Eigentlich lauscht er ihm, kommuniziert mit ihm, ohne dass Worte nötig wären.

Inzwischen habe ich noch Einiges an der Figur geändert. Rechts der Zustand vorher. Den gibt es nicht mehr.


"Kleiner Soldat", Eiche.                                   25.8.2017

Das Holz für diese Skulptur stammt wohl aus dem Abriss einer Scheune oder eines Stalls. Risse, Nagel- und Wurmlöcher verunzierten es. Immer wieder brachen kleinere und größere Stücke bei der Arbeit aus, sodass einige Zeit auf Reparaturen verwendet werden musste. Immer wieder war ich versucht, es einfach zu verbrennen, weil es so schlecht war. Aber es passt zum Thema. Die fertige Figur ist voller "Wunden", Löcher und Risse.



"Tanzende Meermädchen"

Hier erst mal verschiedene Ansichten.


Ein Wurzelstrunk von Goldregen, Jahrzehnte getrocknet, das Splintholz z. T. von Holzbock befallen, geschätzt 50 x 40 x 35 cm groß ist das Ausgangsmaterial.

Ineinander verschlungene und miteinander verwachsene Wurzeln, deren Rinde in´s Holz eingewachsen ist.

Beim Entrinden sieht man noch nicht viele Fraßspuren der Holzwürmer, nur wenige kleine Löcher, aber „gräbt“ man denen nach, gelangt man zu Stellen, wo das Holz zu Pulver geworden ist. 

Und dazu kommen Hohlräume, angefüllt mit Rindenmull oder Erde und Steinchen.

Solche Stellen werden entfernt. Nach Tagen ist klar, dass ich nicht alle wurmbefallenen Stellen entfernen konnte. Der Strunk wäre in mehrere Teile zerfallen. Es wäre nichts mehr von der Form übrig geblieben, Zu meiner Überraschung hatte ich auch lebende Larven gefunden. Um ganz sicher zu gehen, entschied ich, das Holz für fünf Stunden auf 95 Grad zu erhitzen. 

Tanzende Meermädchen …

 

… Wind und Gischt. 

1. Entrinden

2. Die Idee ist schon da

3. Jetzt erkennt man auch Figuren. Die morschen Stellen, Äste, wurmbefallener Splint werden entfernt

Ich weiß natürlich ziemlich genau, wie sie aussehen sollen, sie wachsen praktisch aus dem Holz in meine Vorstellung hinein.

Ich mache mich also an die Arbeit und fotografiere alle 5 Stunden. Wenn ich im Nachhinein nun die Fotos betrachte, fällt es mir schwer, darin das wieder zu finden, was ich in den verschlungenen Holzstrukturen sah. Der Vorgang der Entstehung der Figuren ist kaum durch die Fotoserie nachvollziehbar, zu komplex das ganze, zumal es drei Figuren sind, und abstrahiert.

Zum Schluß habe ich nicht mehr viele Bilder festgehalten, weil die Veränderungen immer weniger „hermachten“.

Der Kontrast zwischen dem hellen Splint und dem schokoladenbraunen Kern ist zu stark für detailreiche Formen. Ich deute also nur an, achte auf die Verschiedenheit der Individuen und behalte die wirbelnde synchrone Bewegung im Blick. Formen und ihre Größenverhältnisse, ihre Richtungen werden aufeinander bezogen, der Raum, den sie einhüllen oder in den sie sich erstrecken ist genau so beachten.

 

Probleme:   das Kernholz ist sehr hart und dicht. Schwer zu bearbeiten. Glatte Schnitte glänzen.

 

      an einer Stelle war mitten in einer Form eine tiefe Kerbe durch Rinde gefüllt. Hier 

                   musste Ein farblich passendes Stück in die Form der Lücke eingepasst werden.

 

 

     



ex ovo

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"Fütternder Vogel"

Ranulf Streuff, "Fütternder Vogel", 2017, Apfelholz, 49 x 24 x 14 cm.

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"Überbleibsel eines eitlen Vogels"

Diese Skulptur stellt ein paläontologisches Fundstück dar. Mit lockigen Federn kann ein Vogel nicht fliegen, aber er ist vielleicht besonders schön. 

Das Holz wurde mit Eisenpigmenten beschichtet, die kontrolliert oxidierten (rosteten). Nach dem Stoppen der Oxidation wurde die Textur der Feder in die Rostschicht eingraviert.

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The Bad Luck & Trouble Bluesband: das Buch!

Kaum zu glauben, aber nach 16 Monaten ist endlich mein Buch über die Geschichte der Bad Luck & Trouble Bluesband erschienen. Erhältlich über Amazon als Paperback oder E-Book.

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Kölner Liste

Die sog. "Kölner Liste" ist eine Ausstellung parallel und ergänzend zur Art Cologne. Sie findet im XPost- Gebäude in Köln vom 28. - 30. 4. statt. Ich werde dort 4 Skulpturen im Stand der Galeria Gaudi, Madrid zeigen.

 

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ex ovo

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"Fütternder Vogel"

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"Überbleibsel eines eitlen Vogels"

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The Bad Luck & Trouble Bluesband: das Buch!

Kaum zu glauben, aber nach 16 Monaten ist endlich mein Buch über die Geschichte der Bad Luck & Trouble Bluesband erschienen. Erhältlich über Amazon als Paperback oder E-Book.

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Kölner Liste

Die sog. "Kölner Liste" ist eine Ausstellung parallel und ergänzend zur Art Cologne. Sie findet im XPost- Gebäude in Köln vom 28. - 30. 4. statt. Ich werde dort 4 Skulpturen im Stand der Galeria Gaudi, Madrid zeigen.

 

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Windsbraut

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coming soon

"Windsbraut"

Der Abschnitt einer weiteren Meeressäule (eines recycelten im Wasserbau verwendeten Pfahles), 65x45 x45 cm, war das Rohmaterial für diese Figur. Das Holz ist ebenso hart, wie "Bongossi" und mit ca. 0,900 kg / Kubikmeter fast so schwer. Mir ist es aber nicht gelungen, es genau zu bestimmen. Am nächsten kommt ihm "Goupie" von den Daten und Beschreibungen. Die Werkzeuge stumpfen schnell (Silikateinlagerungen), der Schleifstaub reizt die Atemwege. Charakteristisch sind die dunkel gefüllten Poren und der Wechseldrehwuchs.

Links sieht man den Zustand nach 60 Arbeitsstunden. Ich schätze, es wird noch einmal so lange dauern, bis die Figur fertig wird.


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"ocean spirit"

Die Figur entstand weitgehend improvisiert. Ich hatte zwar einige Skizzen mit fließenden Formen, doch der Apfelstamm musste weitgehend entkernt werden, weil das Kernholz zum Teil nicht mehr gesund war. 


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"Gravitation"

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Gestocktes Holz abgekocht

Heute noch einmal aus aktuellem Anlass ein paar Worte zum Thema "gestocktes Holz":

da liegt so ein schönes Stück Ahorn - und zwar aus der Wurzel- seit einigen Jahren bei den Holzvorräten. Zugegeben, es hat ein paar Wurmlöcher und es riecht pilzig. Aber es zu bergen war damals so viel Arbeit. Mit dem Spaten die Wurzeln um und unter dem Strunk freilegen, die Wurzeln abschneiden und schließlich den ganzen Klotz mit langen Balken heraushebeln. Die Erdreste und Steine entfernen, alles Unbrauchbare absägen.

Zu schade zum Wegwerfen.

Die Behandlung mit Salz 

Ich habe immer ein komisches Gefühl, wenn ich ein roh geschnitztes Stück Holz koche. Nicht, weil es mir schwer im Magen liegen würde, sondern weil das so lange getrocknete Holz wieder mit Wasser gesättigt wird. Das soll es erst mal verkraften. Die Zellen füllen sich wieder und quellen auf. Und dann soll es ja wieder trocknen, damit es fertig bearbeitet werden kann. Es könnte reißen!

Aber das ist noch nicht passiert (fünf mal habe ich diese Methode angewendet). Und das liegt meiner Meinung nach an der Würze. Ich koche es nämlich in einer Salzlösung. Ich gebe etwa ein Pfund (500g) Salz in 20 Liter Wasser. Ich lege das Holz in das kalte Wasser mit dem Salz, beschwere es mit einem Stein und bringe das Wasser zum Kochen. Das dauert. Auf dem Bild fängt es gerade an zu sieden. Wenn das Stück wie hier nicht ganz in den Topf passt, drehe ich es nach zwei Stunden Kochzeit um.

Die Lebewesen, die bisher im Holz lebten, wie die Made im Speck, mögen die Hitze nicht. Und eventuelle Neuansiedler finden das Holz versalzen.

Das Salz, das mit dem heißen Wasser in die Kapillaren eindringt, lagert sich dort nach dem Verdunsten des Wassers ab. Es bilden sich Salzkristalle, im Holz, und einige Wochen lang auch außen, bis das Holz wieder durchgetrocknet ist. Diesmal dauert das Trocknen aber nicht mehr so lange. Nach einiger Zeit sollten keine Ausblühungen von Salz mehr auf der Oberfläche erscheinen. Man bekommt sie übrigens mit feiner Stahlwolle gut weg.

Die Salzkristalle im Holz sorgen nun dafür, dass das Holz eine ziemlich konstante Feuchte behält. Salz zieht Feuchtigkeit an. Das Holz arbeitet dadurch weniger, sodass es (hoffentlich) trotz der schnellen Trocknung keine Risse bekommt. 

Die Methode ist alt. In Lappland wird das Holz für Schalen und Tassen (Guksa) so behandelt. Allerdings ist das Maserbirke, völlig gesundes Holz. Ich habe es genau so gemacht und benutze die Tasse seit zwanzig Jahren.

Was bleibt, ist der Geruch wie Waldboden, pilzig. Kenner tränken das Holz mit Cognac. Ein Schellack-Überzug tut es auch. Das Ergebnis dann in einer Woche, ein schönes schonend gegartes Pökelholz.

Holzstaub tut der Lunge nicht gut. Und dazu noch gekochte Pilze, Sporen und Mikroben. Staubmaske hilft.

 

 

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"Spaziergang"

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Nachlese C.A.R. Essen

Kunstmesse in Essen, eine ganz neue Erfahrung für mich. In dem SANAA-Gebäude und anderen Hallen auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Zollverein fand diese Messe statt. Tausende Besucher, interessante Begegnungen und Kontakte, eine Fülle künstlerischer Anregungen und eine zunächst auf ein halbes Jahr begrenzte Zusammenarbeit mit der Galeria Gaudi, Madrid ergaben sich an diesem Wochenende für mich.

Auf jeden Fall hat es sich gelohnt, nicht in finanzieller Hinsicht, aber was Vernetzung und zukünftige Ausstellungen angeht. Insofern: ja, ich würde es noch einmal machen, auch wenn nicht Alles wie geplant funktionierte. Z.B. fehlten Sockel, die eigentlich zugesagt waren. Für die Präsentation ganz schlecht, aber als Erfahrung nehme ich mit, mich in Zukunft selbst darum zu kümmern, statt mich auf Andere zu verlassen. Insgesamt war es Inspiration pur.


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Unzufriedenheit

Die neue Version der "Frau mit Schmetterling"
Die neue Version der "Frau mit Schmetterling"

Manchmal brauche ich Abstand zu meinen Arbeiten. Wochenlang an einem Werk zu schaffen macht irgendwie betriebsblind. Ich gewöhne mich an das, was da ist, auch an Fehler, unstimmige Proportionen, kraftlose Formen und beliebige Konturen.

Da hilft z. B. zeitlicher Abstand, oder eine neue Sicht, als Spiegelbild oder auch als Fotografie möglicherweise. Dann sehe ich, dass etwas nicht stimmt. Wenn ich erkenne, WAS da nicht stimmt, kann ich es ändern. Oder ich werfe das Stück in den Ofen und beginne Neues.

Die "Frau mit Schmetterling" gefiel mir schon auf den ersten Fotos, die ich von ihr machte, nicht mehr. Aber es hat ein halbes Jahr gedauert, bis mir klar wurde, woran das lag. Nun kann ich überlegen, sie wegzuwerfen und von vorne anzufangen, oder zu verbessern. Einige meiner Arbeiten habe ich tatsächlich weggeworfen, klein gesägt und im Ofen verheizt. Diese jedoch wollte ich überarbeiten. Im Januar war sie fertig geworden, im März schon hatte ich vorsichtig Kleinigkeiten geändert. Aber die Unzufriedenheit blieb. Es ging nicht nur um Kleinigkeiten. An der Idee lag es nicht. Die wollte ich gerne behalten. Es war die Form, die geändert werden musste. Also mutig an´s Werk!  Verbrennen bleibt ja als Option erhalten. Hier nun das Ergebnis. Zum Vergleich stelle ich ein altes Foto daneben, selbst fassungslos, wie ich die "Frau"  so unfertig an die Öffentlichkeit lassen konnte.

Es lebe die Unzufriedenheit!

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C.A.R. Contemporary Art Ruhr, Essen, 28. - 30. 10. 2016

Auf Anfrage der Galeria Gaudi aus Madrid werde ich Ende Oktober mit 5 Arbeiten an dem C.A.R. in Essen teilnehmen. Da ist noch einiges vorzubereiten, weshalb ich im Moment nicht wirklich mit der neuesten Figur voran komme. So eine Kunstmesse ist für mich absolutes Neuland. Spannend. Zu gegebener Zeit werde ich davon berichten.

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Atelier

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"Blume"

"Blume", Bongossi-Holz, 93 x 23 x 25 cm.

Jetzt isse fertich. Das Glätten ging wunderbar mit einer Ziehklinge. Trotzdem hat es ja noch über 20 Stunden gedauert.


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"Blume", step 15

Mit diesem Bild möchte ich die Serie abschließen, denn Änderungen an der Form sind jetzt auf den Fotos kaum noch zu erkennen. Der Kopf und die Hände sind noch in Arbeit. Was nun noch folgt, ist das Glätten mit Raspel und Feile, und die verschiedenen Schleifgänge mit immer feinerem Papier. Das kann bei der Größe der Figur und der Härte des Holzes durchaus noch eine Woche dauern, doch das fotografisch zu dokumentieren lohnt sich nicht. In einigen Tagen also folgen die Bilder der fertigen Figur. Bis dahin hülle ich mich in Schweigen und Staub!

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"Blume", step 14

Bis auf den Kopf ist die Form jetzt weitgehend in Ordnung. Allerdings muss auch der Sockel verkleinert werden, damit er zu den übrigen Proportionen passt. Das Gesicht und die Frisur werde ich fertig schnitzen. Dann sind die Hände noch zu groß. Aber so nach und nach passt Alles zusammen.

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"Blume", step 13

Beine und Füße sind jetzt dran. War das grobe Abtragen von Material eher eine Kraft- und Geduldsache, so wirken sich nun kleine Änderungen schon auf die gesamte Gestalt aus. Das verlangt eine besondere Aufmerksamkeit, bei der aber auch die Zeit viel schneller vergeht. Vor allem sind diese Kleinigkeiten am Ende dafür verantwortlich, ob die Figur natürlich, bewegt und harmonisch, oder plump, steif und schematisch wirkt.

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"Blume", step 12

So! Jetzt geht es wieder sichtbar voran. Die Durchbrüche kosten so viel Zeit, aber am Rumpf und an den Beinen sind keine mehr vorgesehen. 

Glatt schnitzen kann ich das Holz wahrscheinlich nicht,weil die Maserung ständig die Richtung ändert. Da wird also noch eine Menge Arbeit mit Raspel, Feile und Schleifpapier auf mich zukommen. 

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"Blume", step 11

Die Fortschritte sind jetzt nicht mehr so deutlich zu sehen, wie zu Beginn. Aber es geht voran.Allmählich kommt der Rumpf in Form.

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"Blume", step 10

Jetzt stimmen die Proportionen schon eher. Allerdings möchte ich die ganze Figur wenigstens etwas abstrahieren. Ich weiß nur noch nicht genau, wie. Zunächst mal schnitze ich den Ober- und Unterkörper jetzt weiter: abrunden, Proportionen anpassen. Das wird nicht so lange dauern, wie die komplizierten Formen um den Kopfbereich.

Dann muss ich mir mal Zeit für einen intensiven Blick auf die Außenlinien (von allen Seiten) nehmen. Deren Verlauf, die Spannung ihrer Kurven, ihr Verhältnis zum Ganzen bestimmen dann die endgültige Form.

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"Blume", step 9

Der Kopf ist noch zu groß. Wenn ich ihn ändere, muss ich die Schulterpartie ebenfalls ändern. Dann muss aber auch der Rumpf, vor allem der Rücken angepasst werden. Der Hals ist noch gar nicht zu sehen. Wenn ich daran arbeite, kommen auch die Arme in Form. So hängt eine Form mit mehreren anderen zusammen, und jede Veränderung wirkt sich nach allen Seiten aus. Gar nicht so leicht, dabei den Überblick zu behalten.

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"Blume", step 8

Ja, die Hände! Nicht, dass Jemand denkt, es sei ein Geweih. Die endgültige Länge und Dicke der Finger entscheide ich erst, wenn der Kopf die richtige Größe hat.

Dieses Foto kann man per Klick vergrößern. Dann sieht man deutlich die weißen Poren in dem schokoladenfarbigen Holz.

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"Blume", step 7

Die Hände, eine kleine Skulptur für sich. Dem entsprechend brauchen sie auch Zeit. Erst die Aushöhlung, wie bei einer Schale, dann die einzelnen Finger. Auf dem Fußboden landen nun immer kleinere Späne.

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"Blume", step 6

Es geht deutlich langsamer voran jetzt. Ich muss die ständig die Richtung wechselnde Maserung beachten, damit nichts ausbricht. Vor allem die Hände (Blüte) mit den relativ dünnen Fingern sind kritisch.

Zur Erklärung des Wechseldrehwuchses habe ich eine Schemazeichnung beigefügt. So etwa verlaufen die Zellen wechselnd spiralförmig um den Kern. Einige tropische Hölzer zeigen diese Wuchsform, z.B. Mahagoni.


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"Flora", step 5

Da steht sie nun zum ersten Mal auf ihren Füßen. Eine Blume mit menschlicher Gestalt. Der Titel wird wohl eher "Blume" als "Flora" lauten. 

Alles, was grob zu entfernen war, ist entfernt. Nun werde ich von oben nach unten die Details ausarbeiten, mit kleineren Eisen und Fingerspitzengefühl an Stelle bloßer Kraft. Es beginnt mit den Händen, die eine Blüte nachahmen.

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"Flora", step 4

Allmählich nimmt der Klotz Form an. Kann man schon erkennen, was es wird? Hier tut sich vor allem am oberen (linken) Ende was.

Übrigens: was es wird, ist sicher spätestens morgen oder übermorgen klar zu sehen, aber das ist gar nicht so wichtig. Entscheidend ist, wie es wird!

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"Flora", step 3

Hier erkennt man ziemlich gut den Wechseldrehwuchs, z.B. an dem hellen Streifen, der links auf dem Bild auf dem Bein zu sehen ist. Dadurch ist das Holz kaum kontrolliert spaltbar. Ich arbeite also auch hier quer zur Maserung.

Eigentlich ist jetzt schon gut zu sehen, dass die Blume eine menschliche Figur bekommen wird.

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"Flora", step 2

Jetzt ist die andere Seite dran. Hier sind mehr Details zu beachten, außerdem auch mehr Material abzutragen. Die Vorzeichnung auf der Vorderseite fasst mehrere räumliche Ebenen zusammen und ist daher schwer durchschaubar. Außerdem ändert sich mein ursprünglicher Plan (ja, ich hatte einen) während der Arbeit mehrfach. Ich reagiere auf die vorgefundene Holzstruktur.

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"Flora", step 1

Eigentlich wollte ich größere Holzstücke abspalten und als Brennholz nutzen, doch die Kettensäge war nach zwei Schnitten bereits stumpf, sodass ich doch Alles Span für Span abtragen muss. Auch die Beitel müssen oft nachgeschärft werden, weil Bongossi wie einige andere Tropenhölzer eingelagerte Minerale enthält. Außerdem ist das Holz stellenweise wechseldrehwüchsig, was ein kontrolliertes Spalten unmöglich macht. Um glatte Flächen zu bekommen kann ich stellenweise nur quer zur Maserung arbeiten (hier im Bild auf der linken Seite zu sehen).

Zu Beginn arbeite ich erst das Profil nur einer Seite heraus.

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BONGOSSI-HOLZ

Das abgebildete Stück eines Bongossi-Pfahles ist das Rohmaterial für mein nächstes Projekt: "Flora". Der Pfahl war im Wasserbau verwendet, wurde dort ausgetauscht, gereinigt um dann wieder verkauft zu werden. Also recyceltes Tropenholz. Das beruhigt mein ökologisches Gewissen. Bongossi ist sehr schwer, sehr hart und schön. Nicht leicht zu bearbeiten, weshalb ich wahrscheinlich mehr Zeit, als normalerweise brauche, ehe ich hier eine neue Figur einstellen kann. Aber, wer will, kann hier im Blog den Werdegang der Skulptur, fotografiert in 5-Stunden-Abständen, mit verfolgen. 

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Erwartung

"Erwartung", Erlenholz, Blei, Muschelgold.

Eine Wand-Skulptur, eine 3-dimensionale Malerei. Ich experimentiere mit verschiedenen Materialien in Kombination mit Holz. Hier sind es Bleiplatten, in Form getrieben und eingelegt. Und Gold. Der Traum der Alchimisten: Blei in Gold zu verwandeln. Ist das die Erwartung, die sich erfüllt? Sind es Knospen, die sich öffnen? Doch dann der Mund mit den bleiernen Zähnen. Was bedeutet das alles?


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im selben Boot

Ranulf Streuff, "im selben Boot"
Ranulf Streuff, "im selben Boot"

im selben Boot, 2016, Linde

Angeregt durch eine kleine Tonplastik von Lucia Figueroa entwickelte sich die Idee im Laufe von zwei Jahren.

Wir sitzen alle im selben Boot, aber wie gehen wir mit unseren Mitreisenden um? Meine Skulptur zeigt die harmlose Variante: communication break down. Wohin soll die Fahrt gehen? Keine Einigung, kein gemeinsames Ziel? Global gesehen eine Katastrophe, Kriege, Sklaverei...


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Skulpturen statt Schusswaffen

"Frau mit Schale", 2016, Walnussholz, 42 x 13 x 13 cm.

Einer meiner Bekannten, der früher ein Jagdausrüstungsgeschäft betrieb, bekam durch einen Zufall die Möglichkeit, eine Ladung Rohlinge aus türkischem Walnussholz, aus dem Gewehrkolben hergestellt werden sollten, zu erwerben. Ein paar Stücke überließ er mir. Zwei davon leimte ich zu einem Block zusammen. Sie passen zwar von der Maserung und Helligkeit nicht zusammen, doch das Holz wird nachdunkeln, sodass der Unterschied  nicht stören wird.  Die Figur wirkt beinahe klassisch, nur ganz leicht abstrahiert. Das Thema: eine Genre-Szene, nichts Besonderes. Doch gerade durch die weitgehend geschlossene Form und große gewölbte Flächen kommt das Holz zur Wirkung.


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Tanz mit dem Nordlicht II

Hier nun eine, bzw. die geänderte Version. Wirklich zu 100 % mit einer fertigen Arbeit zufrieden bin ich eigentlich nie. Hier war es der Kopf des Tänzers, der mich störte. Die Proportionen passten nicht, das Gesicht war nicht genügend abstrahiert, und als jemand fragte, ob das Jimi Hendrix darstellen solle, machte ich mich daran, es zu ändern. Hier nun das Ergebnis. Galeristen und Sammler mögen es überhaupt nicht, wenn Künstler ihre Werke nach der Veröffentlichung überarbeiten. Ich war wohl etwas voreilig.


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Tanz mit dem Nordlicht

Schamanismus, Tanz, Nordlicht, Skulptur
Tanz mit dem Nordlicht

Für die Inuit war das Nordlicht der Tanz ihrer Vorfahren. Hier nun tanzt ein Mensch mit dem Nordlicht. Mir ging es darum, die Verschiedenheit der Bewegung -erdgebunden die des Menschen, himmelwärts die des Lichtes- in einer Skulptur zu vereinigen.

Das Stück entstand aus einem Apfelstamm, dessen Kern komplett von Pilzen zerstört war. Das umgebende Holz hatte die Farbe des Kerns angenommen und erwies sich als extrem hart und zäh. Die Arbeitszeit von fast 90 Stunden spricht für sich.


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Die Freiheit der Gedanken

Beim Zerteilen eines Erlenstammes fand ich eingewachsenen Stacheldraht, von außen nicht erkennbar, der mir zwar eine Sägekette ruinierte, mich aber auch auf die Idee brachte, eine Arbeit zum Thema "Gedankenkontrolle" zu versuchen.

Nachdem der eingewachsene Draht freigelegt war, sah der Kopf schon reichlich zerstört aus. Ich ergänzte zusätzlich Stacheldraht und befestigte ihn in den Höhlungen.

Wer hier die Gedanken kontrolliert, bleibt offen. Es könnte das eigene Gewissen sein, aber auch eine äußere Macht.

Heute ist der "Tag der Pressefreiheit". Frei denken und die Gedanken und Meinungen frei äußern zu dürfen ist eines der höchsten Güter. Möge es uns erhalten bleiben.


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"Erdrückt"

Aus Apfelholz, dunkel gebeizt.


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Frau mit Schmetterling


Aktuell nochmals die überarbeitete Fassung.


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big bang (Farbe und Raum)

Hier zwei weitere Ansichten des Gebildes. Geburt des Lichts, der Farben, des Raums. 


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big bang

Die Form ist nun fertig. Jetzt müssen die Maße nochmals geprüft werden. Sie sollen 83 cm in jeder Richtung nicht überschreiten, weil das Gebilde sonst nicht mehr in den Kofferraum meines Wagens passt. Die Bemalung hat bei der Montage gelitten. Da sind etliche kleine Macken auszubessern. Dann kommen die Farben auf den Stirnenden dazu. Das ganze wird mit einem schützenden Klarlack überzogen. Dann ist es fertig.

Geplant ist es für eine Ausstellung in München. Ob es aber dafür von der Jury ausgewählt wird, bleibt abzuwarten.

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big bang (birth of light)

Nun, da die "Baumkrone" mit über 90 Teilen fast komplett ist, ändere ich meinen Plan: Es wird kein Farbe-Raum-Baum, was ja sowieso nur ein Arbeitstitel war, sondern es bleibt kugelförmig. Die Gründe:

-die Abmessungen würden so groß werden, dass das Objekt mit meinen Möglichkeiten nicht mehr transportabel wäre,

-die Standfestigkeit würde eine große Bodenplatte erfordern, was mir ästhetisch nicht gefällt.

Also: der URKNALL, die Geburt von Raum und Farbe/Licht.

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Farbe-Raum-Baum

Ungefähr 80 Teile ergeben zusammen die Baumkrone. Im unteren Bild sind etwa 60 montiert. Fast fertig also. Als nächstes kommt der Stamm. Ich bin noch unentschieden, ob ich den aus Fichtenbalken fertige. 


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Farbe-Raum-Baum

Nun werden die angespitzten Flächen an einander geleimt, bis es nach Baumkrone aussieht. Ist noch weit davon entfernt, aber es geht voran.

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Farbe-Raum-Baum

Die zugespitzten Pfähle werden grundiert und mit Acrylfarbe bemalt. Inzwischen ist mir klar, dass ich eher 80 einzelne Teile brauche, weil die Winkel der dünneren Pfähle deutlich kleiner sind, als geplant. Anderenfalls würde die Leimfläche zu klein.


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Farbe-Raum-Baum

Es sieht nur so aus, als erwarte ich Scharen von Vampiren zu Besuch. Die Pfähle werden halbiert und einseitig vierkantig angespitzt, um sie später miteinander verbinden zu können. Meinen Vorberechnungen nach brauche ich 40 bis 50 Stück für den Baum. 

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Farbe-Raum Baum

Die Stämmchen werden auf ca. 80 cm Länge gekürzt und entrindet. Eine ganz pragmatische Entscheidung, abhängig von der Breite herkömmlicher Türen und dem Fassungsvermögen des Kofferraums meines Autos.

Während des Studiums lernte ich, dass das wichtigste Thema für Skulpturen und Plastiken der Mensch sei. Daneben gibt es Tierfiguren und vereinzelt auch Pflanzendarstellungen. Einen Baum als Motiv für ein Bildwerk aus Holz zu wählen, ist eher selten (mir ist kein Vorbild bekannt). 

Seit der Zeit reifte der Gedanke in mir, einen Baum "zu schnitzen".

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Farbe-Raum-Baum

In den folgenden Tagen will ich die Entstehung eines neuen Objektes dokumentieren, indem ich Tag für Tag die Fortschritte fotografisch festhalte oder beschreibe.

Das Thema "Farbe und Raum" entstammt einer Wettbewerbs-Ausschreibung. Das Rohmaterial für mein geplantes Objekt (dieses Mal eine Assemblage statt einer Skulptur) sind die abgebildeten Haselnuss-Stämmchen von 80 bis 85 cm Länge.

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Gräben der Kindheit

Dieses ist eine Neufassung des Themas, das ich vor Jahren schon einmal bearbeitet hatte: ein älterer Mann und ein Kind blicken von oben in eine Schlucht, auf deren Grund ein menschlicher Schädel liegt. Blumen (Nachtschatten) wachsen aus seinen Öffnungen. Ein Papierschiffchen treibt auf dem Bach daneben. Ein alter Mann in Unterhosen deutet auf einen nackten Jungen, der aus der Schlucht flieht. Ein Priester auf der anderen Bachseite gebietet ihm, zu schweigen.

Kindheitserinnerungen: die Schützengräben in der Eifel, in denen wir Kinder spielten, Gefahr, Sünden der Kirche...


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Frau mit Schmetterling

Frau mit Schmetterling, Jan. 2016, Apfelholz.

Als Einstieg in das neue Jahr so ein wunderschönes Holz! Die Werkspuren sollten dieses Mal sichtbar bleiben. Den Schmetterlingskörper habe ich mit blauvioletter Ölfarbe gefasst. Die Flügel wurden vergoldet und ihre Unterseite  mit blauer Ölfarbe lasiert, wie man ganz gut auf den Detailfotos erkennt. Als Sockel erhält die Figur eine flache quadratische Marmorplatte (rötlich-gelb).


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Sterngucker II

STERNGUCKER II

Eigentlich wollte ich die Figur verbrennen. Den ganzen Herbst hielt sich der muffige Geruch der stockigen Birke.

Selbst getränkt mit Alkohol (die Figur, nicht ich) blieb der "Duft".

Vor Weihnachten stellte ich sie auf den Ofen. Jetzt konnte das Holz restlos durchtrocknen. Der Geruch verschwand. Also nahm ich mir das Stück noch einmal vor. Wenige Änderungen führten zu dem hier abgebildeten Ergebnis. Die Oberfläche wurde mit Schellack behandelt.


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Frau mit Zopf, 2015, Linde.

Gerade noch rechtzeitig vor Beginn des neuen Jahres fertig geworden.